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Ausstellung: Fabergé

Hinweis: Auch in dieser Ausstellung war das Fotografieren nicht erwünscht, sodass wir auch hier nur ein allgemeines Bild einstellen können.

Peter Carl Fabergé war ein russischer Goldschmied, der nicht nur für Zaren, sondern auch für bürgerlichen ‚Geldadel‘ opulente Schmuckstücke herstellte, die zu den handwerklich kunstvollsten, auf jeden Fall aber zu den bekanntesten Schmuckstücken der Welt gehören. In seiner Werkstatt, in der zeitweise bis zu 700 Mitarbeitern an verschiedenen Standorten arbeiteten, zwar dann auch billiger Modeschmuck und im Krieg sogar hochwertiges Kriegsgeschirr gefertigt, der Fokus der Ausstellung, die im Schlossmuseum in Darmstadt noch bis zum 26. November zu sehen ist.

In zwei kleinen Räumen im derzeit in Sanierung befindlichen Darmstädter Schloss werden dort verschiedene Schmuckstücke von Fabergé gezeigt, insbesondere jene, die einen Bezug zur Geschichte des Adelshauses Hessen-Darmstadt (das eigentliche Thema das Museums) haben – dort heirateten im ausklingenden 18. Jahrhundert einige Töchter nach Sankt Petersburg und in die Zarenfamilie ein, was dazu führte, dass einige dieser Schmuckstücke – ein Zigarettenetui, ein ‚Ewiges Licht‘ mit vielen kleinen Eiern und einige Tiere aus Edelstein. Von den berühmten Fabergé-Eiern ist zwar keins in Darmstadt zu sehen, einige schöne Stücke gibt es dort dennoch zu sehen.

Zu diesen Exponaten gesellen sich Familienportraits und andere Stücke aus der Sammlung der Hessischen Hausstiftung und der umgebenden Museen, die sich auf die Familiengeschichte konzentrieren – die Ausstellung wirkt so, als habe man sie mit diesen Exponaten noch etwas auffüllen wollen, denn tatsächlich ist nur ein verhältnismäßig kleiner Teil (geschätzt ca. 40%) der Exponate tatsächlich aus den Fabergé-Werkstätten.

Es gibt eine ‚Audioführung‘, die man über WhatsApp abrufen kann, was zwar grundsätzlich eine gute Idee ist, aber hier kaum gewinnbringend umgesetzt wurde. Zu sechs (!) Exponaten kann man sich eine 60 bis 90-sekündige Audiodatei abrufen. Dort wird dann zumeist rund die Hälfte der Zeit die Beschilderung vorgelesen und noch ein paar Sätze zu den Hintergründen erklärt. WLAN gibt es in der Ausstellung jedoch nicht – mit etwas Mühe kann man sich kostenlos in das innerstädtische Netz einwählen – und die sechs kurzen Sounddateien verbrauchen zusammen fast 30 MB Downloadvolumen.

Wer sich im Hause Hessen-Darmstadt nicht auskennt, möglicherweise nicht in Darmstadt wohnt, wird dem Nicht-Fabergé-Anteil der Ausstellung nicht folgen können, da auch hier nicht wirklich viele Erklärungen – von einem Stammbaumausschnitt abgesehen, mitgeliefert werden, außer dass die Familie wohl einige Geschenke vom Zarenhof bekam. Das Ganze ist auch relativ interessant und im Zusammenspiel mit der geführten Dauerausstellung ergibt sich da auch ein gewisser Sinn, die Ausstellung allein wirkt diesbezüglich aber etwas unvollständig, es gibt einfach zu wenig über Fabergé und über das Adelshaus.

Auf der Webseite des Schlossmuseums, ist über die Ausstellung nur wenig zu finden und man wird auch bei einer kurzen Recherche nicht schlau aus den verfügbaren Informationen. Daher hier:

Im Gegensatz zur Dauerausstellung ist die Sonderausstellung auch ohne Führung zu besichtigen, die Öffnungszeiten entsprechen denen des übrigen Museums (Fr. bis So, 10-17 Uhr). Es gelten jedoch andere Eintrittspreise, die mit 7€ bzw. 5€ ermäßigt für die zwei kleinen Räume, die man in höchstens 60 Minuten komplett besichtigt hat, verhältnismäßig hoch sind. In Kombination mit der Dauerausstellung gibt es ein Kombiticket für 9€ bzw. 7,50€ ermäßigt[1]. Diese ist jedoch nur alle 90 Minuten in einer 60-minuten Führung zugänglich – die Preise sind auf der Webseite nur versteckt bzw. gar nicht einsehbar, für uns war es nach Durchsicht der ‚Preise‘-Seite sehr überraschend, dass die Sonderausstellung zu gesonderten Konditionen zu besuchen ist. Auch dass sie frei zugänglich ist, wird online unserer Ansicht nach nicht kommuniziert. Hier wäre eine bessere Kommunikationspolitik seitens des Trägers auf jeden Fall zu begrüßen – und auch das Verbot zu fotografieren dürfte gerne durch einige Schilder kommuniziert werden.

 

[1] Für Ermäßigte Besucher ergibt sich hier überhaupt kein Preisvorteil, da die Dauerausstellung ermäßigt nur 2,50€ kostet.

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