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Kunstforum: Angstfrei

Man könnte sagen, die TU Darmstadt hat so ziemlich alles. Nicht nur gehören ihr signifikante Teile Darmstadts und weitere Objekte werden von ihr angemietet, nicht nur ist sie deutschlandweit die erste autonome Universität und es vergeht kaum ein Jahr, in dem nicht ein neues TU-Bauprojekt das Licht der Welt erblickt, inzwischen hat die Uni auch ein eigenes Kunstforum – einen ungefähr seminarraumgroßen Ausstellungsraum mitten im Herzen Darmstadts und natürlich auch für die Öffentlichkeit zugänglich. Mehr über das Kunstforum gibt es in Kürze in diesem Blog. Heute soll es jedoch um die Ausstellung Angstfrei gehen, die dort vom 23. April 2017 bis zum 25. Juni 2017 stattfindet.

Die Darmstädter Sezession ist eine Künstlervereinigung, die inzwischen auf eine fast hundertjährige Tradition zurückblicken kann und die alle zwei Jahre einen mit 5.000€ dotierten Preis für junge Künstler im Bereich Malerei/Fotografie verleiht. Erstmalig findet die Ausstellung im noch recht jungen Kunstforum der TU statt, wo die Exponate fast zwei Monate zu sehen sind, bevor dann am 25. Juni der Preis verliehen wird. Das Motto Angstfrei ist dabei laut der Ausschreibung als Statement gegen ein „diffuses Gefühl des Bedroht- und Ausgeliefertseins“[1], das die gesellschaftlichen Bedingungen unserer Zeit herausbilden, zu verstehen. Es sollen also Arbeiten, die sich in irgendeiner Form mit der Reflexion dieser Lebensbedingungen auseinandersetzen, dort vorgestellt werden.

Wir haben das Kunstforum an einem Dienstagmittag besucht und trotz über 20.000 Studierenden und mehreren tausend Mitarbeitern, die diese Ausstellung kostenfrei und niederschwellig besuchen können – von allen anderen in Darmstadt wohnenden, die ebenfalls bei freiem Eintritt dort verweilen können abgesehen – hatten wir den Raum alleine für uns und konnten die 10 Exponate betrachten. Ich muss dabei zugeben, dass sich mir die Zusammenhänge nur selten erschlossen, es gab beispielsweise von Eginhartz Kanters drei Fotos, in denen ein verwaister Kinderspielplatz in U-Bahn-Schächten gezeigt wurde, von Ruri Matsumoto ein sehr räumlich und dunkel konstruiertes Bild, in dem sich dann erst in der Nähe einzelne Farbtupfer offenbart haben. Die Zusammenhänge erklärt ein mehrseitiges Skript, das uns freundlicherweise ausgehändigt wurde, in dem sich auch viele Hintergründe und die Zusammenhänge zum Ausstellungsthema finden.

Insgesamt hatten wir beim Bestaunen und Betrachten der Bilder (und der einen Kunstinstallation) eine vergnügliche halbe Stunde. Viel länger gibt es dort traditionell nichts zu sehen, der Platz ist begrenzt und die Ausstellungen sind auch nur als kleine „Mittagspausenkultur“ gedacht, nicht, um sich einen ganzen Tag damit auseinanderzusetzen. In einer vergleichbaren Form haben wir unseren Ausstellungsbesuch geplant und allein für das Gefühl, mitten auf dem Campus, wo nebenan Forschung betrieben wird, etwas Kultur tanken zu können, können wir beide den (regelmäßigen!) Besuch des Kunstforums nur weiterempfehlen. Auch wenn Angstfrei nicht so intuitiv zugänglich ist, wie möglicherweise die Architekturausstellung oder die Unwort-Ausstellung zuvor, lohnt sich dennoch ein Besuch dort – zumal, wenn ihr ohnehin häufiger auf dem oder in der Nähe des Campus unterwegs seid. Geöffnet hat die Ausstellung dienstags bis sonntags zwischen 13 und 18 Uhr, dank des neuen Aufzugs im alten Hauptgebäude ist die Ausstellung auch barrierefrei zugänglich – man muss lediglich den Eingang ins Gebäude mit dem Rollstuhl etwas suchen (im Innenhof, wenn man aus der Richtung der ULB zwischen PC-Pool und TU-Books durch einen kleinen Tunnel geht). Die Ausstellung findet sich dann im zweiten Obergeschoss, quasi direkt über dem Haupteingang in der Hochschulstraße.

[1] https://www.tu-darmstadt.de/kunstforum/veranstaltungen/index.de.jsp#/e/92096

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  1. Pingback: DA: Kunstforum | DA ist Kultur

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